Predigtbruch

Predigtbruch

Transkript

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00:00:00: Ich habe Buffy geliebt, Buffy die Vampirjägerin.

00:00:04: Ein Meter sechzig groß, blond – eher Cheerleader als Entgegner.

00:00:10: In einer Szene der Serie ist eine junge Frau in ner Gruft auf dem Friedhof gefangen.

00:00:15: Sie weint und schreit vor Angst.

00:00:18: Die Vampire kommen immer näher.

00:00:20: sie genießen ihre Angst, ihre Panik.

00:00:23: Genau das gehört zur Gewalt!

00:00:26: Sie will nicht nur verletzen Sie will, dass du weißt wie ausgeliefert du bist.

00:00:31: Es ist eine furchtbare Sehne und ich kauere mir immer noch jedes Mal die Nähe.

00:00:35: Aber dann fliegt die tonnenschwere Steintür aus den Angeln.

00:00:41: Im Staub steht Buffy klein, blond Keine Rüstung kein Muskelberg in schwarzem Leder.

00:00:49: Sie sieht eigentlich aus wie das nächste Opfer.

00:00:53: sie betrachtet die Vampire und sagt Wir können das jetzt auf die harte Tour machen mit Gewalt, Fäkalsprachen.

00:01:01: Obwohl eigentlich gibt es nur die harten Tour.

00:01:04: und dann schlägt dieses kleine blonde Mädchen auf die Monster ein.

00:01:08: jeder Fauststoß trifft mit der Wucht eines Vorschlaghammers einer nach dem anderen zerfällt zu Staub.

00:01:16: ich sag's wie es ist.

00:01:18: dass tut meiner Seele auf ganz ganz vielen Ebenen einfach gut weil endlich die Angst, die Seite wechselt.

00:01:27: Weil diejenigen, die eben noch das Schreien eines Menschen genossen haben begreifen dass sie sich in der Rollenverteilung geirrt haben.

00:01:36: Sie haben nicht das hilflose Mädchen gefunden!

00:01:40: Sie haben die Jägerin gefunden Die eine Auserwählte für die Menschheit, die gegen die Monster kämpft.

00:01:47: Und später beugt sich Buffy zu der geretteten Hinunter und streckt ihr die Hand entgegen.

00:01:53: Wer bist du?

00:01:54: fragt die junge Frau.

00:01:56: und Baffi antwortet, ich bin die vor der Monsteralbträume haben.

00:02:01: Manchmal wünsche ich mir Gott käme genauso.

00:02:05: Eine Tür fliegt aus den Angeln Gott steht im Staub und sagt bis hierhin Und keinen Schritt weiter!

00:02:12: Und ich wünschte die bösen würden dann gar nicht angehört Nicht wegen eines Verfahrensfehlers verschont Und nicht mit einer Chance ausgestattet Die sie wieder gegen andere verwenden.

00:02:24: Ich wünschte, sie bekämen einfach richtig einen auf die Nase.

00:02:29: Das klingt nicht so christlich aber es ist ehrlich.

00:02:33: Es ist nämlich so.

00:02:34: Gewalt erzeugt Hilflosigkeit und Hilflossigkeit erzeugт Wut.

00:02:40: Wir können die Zeit nicht zurückdrehen.

00:02:43: wir können den Schlag nicht ungeschehen machen das Messer nicht zurück in die Schublade legen Den Satz nicht aus dem Kopf eines Kindes löschen.

00:02:51: wir können begleiten versorgen Anzeigen, beten.

00:02:56: Aber was geschehen ist bleibt geschehn Und darin liegt die Folter der Ohnmacht.

00:03:03: Actionfilme erlösen uns davon.

00:03:05: Da ist das Böse eindeutig.

00:03:08: Der hält irrt sich nicht.

00:03:09: Es gibt keine widersprüchlichen Zeugen-Aussagen Keine Akten, keine langen Verfahren!

00:03:16: Der Täter ist Täter Das Opfer ist das Opfer.

00:03:20: Und dann kommt jemand, der stark genug ist.

00:03:23: Einer tritt die Tür ein Eine schlägt zurück.

00:03:27: Die Welt gerät für einen Moment in Ordnung.

00:03:31: In der Wirklichkeit ist Gewalt schmutziger.

00:03:34: Sie trägt nicht immer eine Maske Manchmal trägt sie ein Ehring Manchmal spricht sie freundlich mit den Nachbarn Sie sitzt am Küchentisch, kontrolliert das Geld ließ Nachrichten mit, droht, erniedrigt und vor allem isoliert.

00:03:48: Sie schlägte nicht jeden Tag Gehörter.

00:03:51: deshalb zweifelt das Opfer irgendwann an der eigenen Wahrnehmung.

00:03:55: Es gibt körperliche Gewalt, psychische Gewalt.

00:03:59: Sexualisierte digitale Gewalt gewallt durch Worte, Geld und Abhängigkeit.

00:04:05: Es gibt auch geistliche Gewalte.

00:04:07: Und die beginnt da wo Menschen im Namen Gottes zum Aushalten gezwungen werden.

00:04:12: Wo einer geschlagenen Frau gesagt wird sie soll die andere Wange hinhalten.

00:04:16: Wo Vergebung bedeutet sprich nicht drüber.

00:04:18: das macht nur Ärger!

00:04:20: Das ist kein Frieden.

00:04:22: Das ist Ruhe für den Täter.

00:04:24: Jesus sagt, wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt dann halt ihm auch die andere hin.

00:04:29: Und der Satz ist groß und gefährlich sobald ihn die Falschen auslegen.

00:04:34: ein Täter darf niemals seinem Opfer erklären es soll er die andere Wange hinhalten.

00:04:54: Aber die andere Wange ist keine zweite Opferfläche.

00:04:58: Du darfst gehen, du darfst schreien!

00:05:01: Du darf sie Tür verriegeln?

00:05:02: Du darf es die Polizei

00:05:03: rufen?!

00:05:04: Du darf einen Arm festhalten bevor er ein Kind

00:05:07: trifft!?

00:05:08: Du darf dich wehren!

00:05:09: Du daßt Menschen schützen und auch Dich selbst!

00:05:13: Friedfertigkeit bedeutet Nicht-Wehrlosigkeit.

00:05:17: Im Garten Gezemanit zieht einer der Jünger ein Schwert Und Jesus sagt steckt dein Schwert an seinen Ort.

00:05:24: Er will nicht durch Gewalt gerettet werden.

00:05:27: Sein Reich entsteht nicht dadurch, dass Freunde die besseren Kämpfer sind.

00:05:31: aber Jesus verbietet damit nicht jede Begrenzung von Gewalt.

00:05:36: er verhindert das seine Sache durch Blut verteidigt wird.

00:05:39: Gott braucht keine bewaffnete Gefolgschaft um Gott zu bleiben und gleichzeitig stellt jesus sich zwischen Menschen und das was sie zerstört.

00:05:48: er konfrontiert und widerspricht.

00:05:50: Er vertreibt Händler aus dem Tempel, schützt die Beschämten und nennt Täter beim Namen.

00:05:56: Seine Sanftmut ist keine Harmlosigkeit.

00:05:59: Sie hat Rückgrat!

00:06:01: Paulus schreibt recht euch nicht selbst.

00:06:04: Mein isst die Rache.

00:06:05: ich will vergelten, sprich der Herr.

00:06:08: Und der Satz klingt zuerst wie eine Drohung.

00:06:11: für Verletzte kann er aber auch ne Entlastung sein.

00:06:14: Du musst nicht Richter, Henker und Vollstrecker in einer Person werden.

00:06:19: Rache will das der andere leidet.

00:06:21: Schutz will, dass das Leiden aufhört.

00:06:25: Rache fragt wie zahle ich es dir heim?

00:06:28: Und Schutz fragt Wie verhindere Ich den nächsten Schlag?

00:06:33: Von außen können beide ähnlich aussehen.

00:06:35: Jemand wird zu Boden gebracht Der Kontakt wird abgebrochen Ein Gericht entzieht Freiheit.

00:06:42: Der Unterschied liegt im Ziel Im Maß und im Ende.

00:06:46: Die Monster in der Geschichte schlagen Weil sie Macht über einen Menschen genießen.

00:06:51: Buffy schlägt, damit ein Mensch wieder aufstehen kann.

00:06:54: Und danach beugt sie sich hinunter und reicht ihm die Hand.

00:06:58: Ich glaube das der Prüfstein jeder Macht!

00:07:01: Wem gilt am Ende deiner ausgestreckte Hand?

00:07:05: Der Satz Die Rache ist mein.

00:07:06: Nimmt uns die persönliche Vergeltung aus der Hand.

00:07:10: Er nimmt uns aber nicht die Verantwortung.

00:07:12: Wir dürfen Unrecht benennen wir müssen Täter begrenzen.

00:07:16: Wir dürfen Schutz organisieren Polizei Gerichte Frauenhäuser Jugendämter und Beratungsstellen.

00:07:23: Das alles sind keine Zeichen des Unglaubens, sie sind Versuche der Gewalt Grenzen zu setzen.

00:07:29: Eine Gesellschaft die ihre Verletzlichen nicht schützt ist nicht friedlich.

00:07:34: Sie es höflich gegenüber den Gewalt tätigen.

00:07:37: Und dann steht da noch diese Verheißung!

00:07:40: Sie werden Ihre Schwerte zur Flugscharen machen und ihre Spieße zu sicheln.

00:07:45: Kein Volk wird mehr gegen das andere das Schwert erheben.

00:07:49: Sie werden den Krieg nicht mehr lernen.

00:07:51: Das ist kein Bericht aus unserer Gegenwart.

00:07:54: Es ist Gottes Zukunft, die in unsere Gegenwart hineinruft!

00:07:59: Schwärter sollen zu Flugscharen werden.

00:08:03: Aus dem Metall das Körper zerstört soll ein Werkzeug geworden – Die Erde öffnen und Nahrung hervorbringen.

00:08:10: Gewalt wird nicht nur abgelegt, ihre Kraft wird verwandelt.

00:08:15: Das was töten konnte dient dem Leben.

00:08:17: Aber bis dahin brauchen Menschen Schutz.

00:08:20: Wir brauchen weniger Schwärter, mehr Schilde.

00:08:24: Menschen die sich dazwischen stellen, Menschen die nicht aus Lust an der Macht kämpfen sondern aus Liebe zu denen die keine Kraft mehr haben.

00:08:32: wir brauchen Menschen die wissen dass auch notwendige Gewalt gefährlich bleibt.

00:08:37: sie muss begrenzt sein verhältnismäßig und überprüfbar damit niemand sich daran berauscht.

00:08:44: Auch der Beschützer kann zum Täter werden.

00:08:47: auch gerechte Wut kann blind machen und auch wenn du überzeugt bist, auf der richtigen Seite zu stehen kannst du falsch liegen.

00:08:55: Und deshalb gehört zur Stärke immer Demut.

00:08:58: Deswegen braucht Macht auch Recht – und Widerstand ein Gewissen!

00:09:03: Und ich glaube deswegen bleibt dieser Satz Gottes notwendig.

00:09:07: die Rache ist mein Wir sollen handeln aber am Herzen muss das Leuchtfeuer bleiben.

00:09:14: dass sagt Schilde statt Schwerte.

00:09:18: Und wenn du jetzt denkst, das wäre so eine blöde Gänseblümchenphilosophie.

00:09:21: Ich habe alle Teile von Captain America gesehen und kann dir sagen – So ein Schild kann auch richtig weh tun!

00:09:29: Ich glaube einfach christlicher Pazifismus beginnt nicht bei der Frage ob ich jemals Gewalt anwenden darf.

00:09:36: Er beginnt eher bei der Entscheidung was ich in einem anderen Menschen noch sehen kann Selbst wenn ich ihn stoppen muss.

00:09:43: Einen Täter kann ich festhalten Ohne sein Menschsein zu leugnen, ich kann Konsequenzen fordern ohne mich an seinem Schmerz zu freuen.

00:09:52: Grenzen ziehen heißt nicht Hass zum meinem Zuhause zu machen und das ist viel schwerer als so eine saubere Filmszene.

00:10:01: Im Film zerfallen Vampire zu Staub.

00:10:04: In der Wirklichkeit bleiben Täter Menschen.

00:10:07: Sie sitzen vor Gericht sie wohnen nebenan Vielleicht gehören sie zur Familie Manche bereuen manche lügen Und einige von ihnen bleiben gefährlich.

00:10:17: Gerechtigkeit muss damit umgehen, ohne naiv oder grausam zu werden.

00:10:22: Aber was ist mit uns?

00:10:24: Wir stehen selten vor einer Gruft mit einer Steinplatte.

00:10:28: Meistens stehen wir vor anderen Türen – einem Kind, das plötzlich still wird….

00:10:34: …oder vielleicht deinem Kollegen, der von jemandem erniedrigt wird!

00:10:38: Eine Freundin, die sagt «Es ist nicht so schlimm» und dabei nach unten schaut….

00:10:44: Vielleicht braucht es dann keine Vampirjägerin, vielleicht brauchts dich.

00:10:48: Du musst nicht unverwundbar oder unfählbar sein und du wirst ohne Drehbuch handeln müssen mit klopfendem Herzen und zwei leeren Händen.

00:10:58: aber diese Hände können eine Nummer wählen.

00:11:01: sie können die Tür öffnen und sie können einen Menschen begleiten.

00:11:04: Sie könnten Aussage machen bei der Polizei.

00:11:07: Die können so viel!

00:11:09: Ein Täter nicht länger decken, sie können ein Kind im Arm halten bis es wieder ruhig atmen kann.

00:11:16: Sie können Akten schreiben, Widerspruch einlegen Schutzräume bauen oder noch einfacher – sie könnten sich einfach ausstrecken hin zu jemandem.

00:11:27: Ich will niemand sein vor dem Menschen Albträume haben Aber ich möchte das Monster wissen.

00:11:33: Wenn ich komme ist ihr Opfer nicht mehr allein.

00:11:37: Dann stehen wir zusammen und ich werde schützen So lange ich lebe!

00:11:42: Ich kann dir nicht sagen, ob sich das für dich ausreichend anfühlt.

00:11:47: Ob dein Wunsch nach Gegengewalt immer noch da ist.

00:11:50: Aber die Stärke von der Gott erzählt Tritt nicht mit Freude auf einen Menschen ein.

00:11:56: Sie tritt zwischen ihn und den nächsten Schlag.

00:11:59: Sie genießt die Angst nicht sie hält sie mit aus Und wenn der Kampf vorbei ist dann bleibt sie nie triumphierend über dem besiegten Stehen.

00:12:11: Sie beugt sich zu dem anderen Mensch hinunter, der gezittert hat und dann streckt sie ihm die Hand entgegen.