00:00:00: Jesus war schlecht erreichbar.
00:00:02: Das klingt erst mal falsch!
00:00:04: Schließlich erzählen wir dauernd von ihm, als wäre er die personifizierte Offenheit.
00:00:09: Kommt her zu mir – alle, die ihr mühselig und beladen seid.
00:00:13: Die Kinder dürfen kommen, die Kranken auch…die Sünder sowieso …und die Ausgestoßenden….
00:00:19: Und ja das stimmt alles.
00:00:21: Aber Jesus war trotzdem schlecht erreichbar.
00:00:24: Er hatte kein Sekretariat, keine automatische Abwesenheiten-Notiz Kein gemeinsamen Kalender mit farblich markierten Slots für Heilungen, Gleichnisse, Konfliktgespräche mit Pharisäern und Wunder.
00:00:38: Und manchmal wenn alle ihn suchten dann war er einfach weg – ich finde das sehr sympathisch!
00:00:44: Er war nicht weg aus mangelnder Höflichkeit oder Gleichgültigkeit sondern weil sogar der Sohn Gottes nicht so getan hat als sei pausenlose Verfügbarkeit dasselbe wie Liebe.
00:00:54: Das ist eine ziemlich harte Lektion von Menschen die glauben sie müssten immer funktionieren immer erreichbar sein und freundlich, zuständig und innerlich frisch gebügelt selbst wenn die Seele aussieht wie ein Wäscheständer nachgewitter.
00:01:09: Wir leben in der Zeit in der Stehenbleiben fast verdächtig wirkt.
00:01:14: Wer beschäftigt ist gilt als wichtig Und wer schnell antwortet der ist zuverlässig.
00:01:19: Wer keine Zeit hat beweist damit scheinbar dass dein Leben Bedeutung hat.
00:01:24: Also rennen wir Durch Tage durch Aufgaben und Nachrichten all die Erwartungen Ich glaube manchmal sogar durch Beziehungen.
00:01:33: Wir nicken während wir innerlich schon drei Termine weiter sind und sagen, ich melde mich gleich!
00:01:38: Und hoffen dass niemand fragt, wann?
00:01:42: Wir werden Experten darin anwesend zu wirken ohne wirklich da zu sein.
00:01:59: Ich brauche nur Milch, ich bin nicht hier um eine innere Reise durch fermentierte Molkerei-Produkte zu begleiten.
00:02:08: Aber vielleicht zeigt genau das diese Ungeduld?
00:02:11: Wie tief das sitzt!
00:02:12: Wir halten stillstand ja für Störungen ein Gewinn der nicht wächst oder wenn Unternehmen berichten dass der Profit in diesem Jahr nur um fünf Prozent gestiegen ist.
00:02:23: dabei müsste es auch Jahre geben wo er einfach stagniert oder mal weniger wird.
00:02:28: wir glauben der Mensch vor uns nimmt uns Zeit weg.
00:02:32: Dabei nimmt er uns vielleicht nur die Illusion, dass alles glatt laufen muss.
00:02:36: Das Wege frei sein müssen und Leben effizient ist.
00:02:40: Und das Absurdes!
00:02:41: Viele von uns sind sogar im Urlaub erschöpft vom Versuch sich zu erholen.
00:02:47: Wir planen Erholung wie ein Projekt Wanderschuhe Restaurantreservierung Kulturprogramm Sonnenuntergang um zwanzig sieben und vierzig bitte entspannt wirken.
00:02:58: Selbst Ruhe wird noch optimiert und fotografiert und dokumentiert mit so einem kleinen Filter, damit es ausseht wie Ruhe.
00:03:06: Nur die Seele fällt auf sowas nicht rein.
00:03:10: Die Seele merkt ob wir wirklich stehen bleiben oder ob wir nur kurz die Geschwindigkeit wechseln während innen der selbe Motor weiter heult.
00:03:20: Und dann kommt Jesus.
00:03:22: Im Markus Evangelium Kapitel eins steht früher am Morgen als das noch dunkel war Stand Jesus auf und ging hinaus an einen einsamen Ort.
00:03:32: Und dort betete er.
00:03:34: Kurz vorher hatte Er kranke geheilt, Menschen befreit, den ganze Stadt in Bewegung gebracht.
00:03:40: Der Bedarf war einfach riesig!
00:03:43: Die Schlange vor der unsichtbaren Praxistür Gottes war noch lange nicht abgearbeitet.
00:03:49: Und Jesus geht weg.
00:03:51: Simon und die anderen suchen ihn – man hört den Vorwurf fast zwischen den Zeilen alle suchendig dass der Satz bei dem viele von uns sofort aufspringen würden.
00:04:03: Alle suchen Dich, also los!
00:04:05: Mantell an Gesicht sortieren schnell noch einen Kaffee und dann wieder hinein in den Betrieb.
00:04:10: Aber Jesus sagt nicht Oh nein, dann schnell zurück.
00:04:14: Er sagt Lass uns anders wohin gehen Das Bissen?
00:04:17: unfassbar.
00:04:19: alle suchen ihn Und Jesus lässt sich nicht automatisch finden.
00:04:23: Vielleicht müssen wir diesen Satz mal eine Weile stehen lassen.
00:04:27: Jesus rettet die Welt nicht, indem er überall gleichzeitig ist.
00:04:32: Er rettdet sie nicht durch Dauerbetrieb oder Selbstverschleiß – nicht dadurch dass ihr jede Erwartung sofort als göttlichen Auftrag versteht.
00:04:40: Jesus unterscheidet!
00:04:42: Er hört!
00:04:43: Er geht!
00:04:44: Er bleibt stehen und er zieht sich zurück.
00:04:48: Und genau dadurch glaube ich bleibt seine Liebe so klar, weil Liebe ohne Unterbrechungen irgendwann müde wird.
00:04:58: klingt ganz schnell gereizt und bitter- und zynisch oder passiv aggressiv mit so einem christlichen Lächeln.
00:05:04: Du kannst dich für andere Aufopfern unterbei langsam verschwinden, du kannst helfen bis aus Hilfe ein stiller Vorwurf wird.
00:05:14: Und man kann so viel geben das am Ende nicht mehr Liebe fließt sondern nur noch Pflichtgefühl mit Puls.
00:05:21: Jesus zeigt was anderes.
00:05:24: der ist ganz bei den Menschen wenn er bei ihnen aber er ist nicht immer verfügbar.
00:05:30: Und es ist kein Widerspruch, das ein bisschen sein Geheimnis!
00:05:34: Vielleicht sind wir oft nicht wirklich bei den Menschen weil wir versuchen bei allen zu sein.
00:05:40: Ich biete einen Satz an und wir gucken ob du zustimmen kannst.
00:05:44: ich habe kein Problem mit der Arbeit, ich hab'n Problem mit Stille Weil Stille ehrlich ist Und?
00:05:51: Viele glauben so lange ich renne muss sich nicht spüren dass ich längst außer Atem bin.
00:05:56: Und wenn ich beschäftigt bin, dann muss sich nicht fragen warum ich so große Angst habe jemand zu enttäuschen.
00:06:02: Wer lange funktioniert der muss nicht merken dass man sich manchmal nur wertvoll fühlt wenn man gebraucht wird.
00:06:09: Dauerverfügbarkeit ist keine Liebe.
00:06:12: sie ist der Versuch die eigene Angst in Hilfsbereitschaft zu verkleiden.
00:06:16: das klingt hart aber es ist heilsam denn Jesus macht uns frei von der Rolle des kleinen Erlösers.
00:06:25: Er sagt ja nicht, ihr müsst die Welt retten, sonst bricht's hier auseinander.
00:06:28: Er sagt komm her zu mir.
00:06:30: Ruh'n bisschen aus!
00:06:32: Er sagt in Jüngern als sie müde sind geht an einen einsamen Ort Nicht erst wenn Sie zusammenklappen Vorher.
00:06:41: Vielleicht muss man das mal sagen Nicht jede Pause braucht eine Rechtfertigung Und nicht jeder Rückzug ist ein Drama.
00:06:49: Ein Nein ist nicht lieblos.
00:06:51: Manchmal ist ein Nein zu einer Erwartung, ein Ja zur Wahrheit.
00:06:56: Zu der das Gott uns nicht grenzenlos geschaffen hat.
00:07:00: Das geistliche Vorsorge – das ist Arbeitsschutz für die Seele und die heilige Erkenntnis auch ein guter Auftrag wird ungesund wenn er die Quelle austrocknet aus dem er lebt.
00:07:13: Jesus schützt die Quellen!
00:07:15: Er geht beten.
00:07:17: Nicht als promes Extra, wenn alles erledigt ist.
00:07:20: Er macht das mitten im Andrang Gerade als alle irgendwas wollen, gerade als erfolgsichtbar wird.
00:07:26: An dem Punkt an den man sagen könnte jetzt bloß nicht nachlassen Aber vielleicht ist genau das der Punkt Wer stehen bleibt verrät nicht den Auftrag.
00:07:37: Er schützt die Quelle aus der der Auftrag lebt.
00:07:41: Das gilt nicht nur für Pfarrerinnen und Pfarrervlegekräfte Eltern Ehrenamtliche Menschen mit drei Kindern zwei Jobs in einem Hund Der grundsätzlich nur dann Durchfall bekommt wenn Besuch kommt Oder nachts.
00:07:54: Es gilt für alle, die innerlich glauben Wenn ich nicht weitermache Dann bin ich schuld.
00:08:00: Aber du bist Nicht Gott.
00:08:04: Das ist keine Kränkung, das Befreiung.
00:08:07: Du wirst ein Mensch begrenzt Liebenswert Gerufen begabt verantwortlich aber nicht grenzenlos.
00:08:16: Und deine Kräfte sind kein moralisches Versagen.
00:08:20: Müdigkeit is' kein Charakterfehler und Sehnsucht nach Ruhe ist kein Verrat an den Menschen, die dich brauchen.
00:08:27: Manchmal müssen wir stehen bleiben damit die Seele nachkommt.
00:08:32: Der Körper kann irgendwo ankommen während das Innere noch Kilometer zurücklegt.
00:08:38: Dann sitzt man am Tisch aber es nicht da und du hörst zu.
00:08:42: aber nimmst nichts auf Und du lächelst Aber die Augen haben längst feierabend gemacht.
00:08:48: Stehenbleiben heißt nicht ich geb auf Es heisst Ich höre auf mich selbst zu überholen.
00:08:56: Ich halte an und frage, wofür renne ich eigentlich?
00:09:00: Auf wen höre ich.
00:09:02: Welcher Satz treibt mich an?
00:09:04: Ist es?
00:09:04: du darfst niemand enttäuschen!
00:09:06: Du musst stark sein.
00:09:08: Du bist nur wertvoll wenn du gebraucht wirst und ohne dich geht es
00:09:12: nicht.".
00:09:13: Diese Sätze klingen so antwortungsvoll aber in Wahrheit sind sie Gefängnisse mit Kalenderfunktionen.
00:09:19: Jesus kennt Verantwortung der trägt sie bis ans Kreuz Aber er lässt sich nicht von jeder Erwartung besitzen.
00:09:27: Er verwechselt nicht jeden Ruf mit Gottes Stimme und das ist doch die reifste Form geistlicher Freiheit!
00:09:34: Nicht alles, was dringend klingt, ist auch heilig – und deswegen braucht es Unterbrechung, sondern Atemzug, ein Spaziergang, ein Gebet ohne schöne Worte, einen ausgeschalteten Bildschirm oder mal einen Sonntag der nicht sofort mit Produktivität belegt
00:09:52: wird.".
00:09:54: So ein Moment, in dem du nichts beweisen musst.
00:09:57: Nicht mal dir selbst!
00:09:59: Ich glaube da kann Glaube wieder beginnen.
00:10:02: Nicht im großen Gefühl und perfekten Plan In diesem kleinen fast peinlichen Satz.
00:10:09: Gott ich bin müde.
00:10:12: Der wird nicht sagen dann streng dich mehr an Komm.
00:10:15: Gott sagt komm her.
00:10:19: Das ist die sanfte Zumutung Jesu.
00:10:21: Er nimmt uns ernst aber er überfordert uns nicht mit uns selbst.
00:10:26: Der ruft uns in die Nachfolge nicht in die Selbstvernichtung.
00:10:30: Und er bittet uns um Liebe, dir will nicht dass wir langsam ausbrennen mit religiöser Überschrift.
00:10:37: Vielleicht müssen wir manchmal stehen bleiben weil wir sonst vergessen das wir Menschen sind!
00:10:43: Du bist kein Projekt keine Maschine kein kleiner Messias mit Outlook-Kalender.
00:10:50: Jesus hat die Welt nicht dadurch gerettet dass er pausenlos verfügbar war.
00:10:54: Er hat sie dadurch gerättet dass der ganz bei Gott war und deshalb ganz bei den Menschen sein konnte, wenn er bei ihnen war.
00:11:03: Das ist ein Unterschied nicht überall sein wirklich da sein.
00:11:09: du musst nicht alles schaffen nicht pausenlos laufen sondern rechtzeitig stehen bleiben.
00:11:16: das sollte eine Grundbewegung von Glauben sein.
00:11:19: stehenbleiben atmen hören ohne sich getrieben zu fühlen stattdessen gerufen und dann weitergehen Wenn du bereit bist, wenn deine Kräfte zurück sind dann wenn Du Dich geerdet hast und verbunden mit dem Dir Dich ruft nicht antreibt.