Predigtbruch

Predigtbruch

Transkript

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00:00:00: Wenn ich ein Traugespräch führe, kommt super oft so eine ganz bestimmte Frage.

00:00:05: Ernst das schon?

00:00:06: Nein es ist nicht die ob der Papa die Braut reinführen darf Das fragt schon gar keiner mehr.

00:00:13: Es ist die Frage ob es dann ein Programm für die Trauung mit einem Ablauf gibt.

00:00:18: Und ich verstehe dass man schönes Heft machen will Mit Taschentuch hinten drin und Deko Perlen und allem drum und dran.

00:00:26: Das kann man dann mitnehmen aufheben und hat ne schöne Erinnerungen.

00:00:30: Was ich daran nicht so verstehe, ist der Faktor der Planbarkeit.

00:00:34: Müssen Gäste in einem fünfundvierzig Minuten Gottesdienst wissen welcher Gang als nächstes serviert wird?

00:00:42: Kann man eine Dreivörtelstunde aushalten, indem man nicht weiß was passiert?

00:00:47: Ich meine im Kino schafft man das auch!

00:00:50: Aber es gibt Menschen die müssen immer wissen, was als Nächstes kommt und ich verstehe das.

00:00:55: Ich bin auch kein großer Freund davon wenn das Leben plötzlich improvisiert.

00:01:00: Ich mag Abläufe, Kalender kleine Kästchen in denen steht was wann passiert.

00:01:07: Es gibt ja ein Grund warum Menschen bei Trauerungen nach so einem Ablaufheft fragen obwohl sie einfach nur schön angezogen in der Kirche sitzen müssen und im Zweifel nicht mal mitsingen weil vorne jemand mit Piano Begleitung eine Ballade schmettert als wäre Edel persönlich aus dem Altarraum auferstanden.

00:01:26: aber wir wollen wissen was kommt Weil Vorhersagbarkeit beruhigt.

00:01:33: Unser Gehirn mag keine offenen Terps, Unsicherheit erzeugt Stress, Kontrollverlust fühlt sich für unser inneres schnell an wie Gefahr und deswegen lieben wir vertrautes Rituale gleiche Wege, gleiche Plätze den eigenen Sessel die Tasse aus der der Kaffee irgendwie besser schmeckt obwohl sie objektiv nur Keramik mit emotionaler Sondergenehmigung ist.

00:01:57: das Vertraute sagt Du bist nicht verloren.

00:02:01: Du kennst dich ja aus, du weißt wie das

00:02:03: geht.".

00:02:04: Und dann kommt Pfingsten.

00:02:07: vielleicht kennen wir dieses Zwischengefühl auch aus dem eigenen Leben wenn irgendwas vorbei ist und das neue es noch nicht da?

00:02:15: Und du wartest auf Klarheit aber bekommst erstmal nur Gegenwart.

00:02:19: Du hättest gerne Antwort aber es kommt ein Atemzug man hätte gern Landkarte und Gott sagt geh erst mal den nächsten Schritt Und es klingt wenig, aber manchmal ist genau dieser nächste Schritt das eigentliche Wunder nicht der ganze Weg.

00:02:37: Nicht die Garantie nur genug Licht für heute und Pfingsten macht erst einmal nicht vertraut.

00:02:44: Da rauscht es!

00:02:45: Da brennt es!

00:02:47: Das spricht es!

00:02:48: Der geraden Menschen in Bewegung, die eben noch saßen – und da kommt auch kein Ablaufheft vom Himmel sondern Wind.

00:02:57: Das ist, glaube ich die erste Zumutung des Heiligen Geistes.

00:03:01: Er isst kein Beruhigungsmittel!

00:03:03: Es kraft – Die Geist kraft Gottes!

00:03:07: Er nimmt uns nicht jede offene Frage ab und er legt auch kein komplettes Drehbuch des Lebens auf deinen Schoß.

00:03:14: Dieser Geist Gottes kommt zu Menschen, und zwar zu denen, die nicht alles verstehen.

00:03:20: Er macht sie dann nicht allwissend?

00:03:22: Er macht Sie

00:03:23: lebendig?!

00:03:24: Es gibt in der Bibel noch das Gegenbild dazu Babel.

00:03:29: Menschen bauen einen Turm bis an den Himmel, ein Turm gegen die Angst, gegen Zerstreuung, gegen Bedeutungslosigkeit und dieses Gefühl klein zu sein.

00:03:40: Babel ist Kontrollarchitektur – man baut nach oben weil man innen nicht gehalten is'.

00:03:47: Und Gott verwirrt ihre Sprache!

00:03:50: Ich glaub' nicht dass er das macht, weil er beleidigt is', auch nicht weil er sagt «das es mir jetzt aber so hoch, jetzt mach ich euch klein».

00:03:58: Ich glaube, Gott macht nur sichtbar was vorher schon wahr war.

00:04:02: Diese Menschen verstehen einander längst nicht mehr!

00:04:06: Sie haben dieselben Wörter aber nicht denselben Geist.

00:04:10: sie haben gemeinsames Projekt aber keine gemeinsame Seele.

00:04:14: und obwohl sie am selben Turm bauen baut eigentlich jeder an seiner eigenen Angst.

00:04:20: das gibt es bis heute.

00:04:22: man kann dieselbe Sprache sprechen und trotzdem fremd bleiben.

00:04:26: Man kann in derselben Familie sitzen, dieselbe Gemeinde lieben den selben Begriff benutzen.

00:04:33: Verantwortung Freiheit Liebe oder Wahrheit und plötzlich merkt man wir meinen nicht dasselbe.

00:04:41: Babel ist nicht einfach Sprachverwirrung, Babel is die Entlarfung einer Gemeinschaft Die nur noch durch ihren Größenwahn zusammengehalten wird Und das klingt ja auch ein bisschen vertraut.

00:04:54: Pfingsten ist deswegen so anders.

00:04:57: Pfingston ist eben nicht dieses.

00:04:59: alle sprechen plötzlich dieselbe Sprache, das wär zu platt!

00:05:03: Das wäre göttliches Esperanto mit Feuerdeko.

00:05:06: Pfingsen is viel schöner.

00:05:08: Die Menschen bleiben nämlich verschieden Ihre Herkunft bleibt und die Geschichte auch ihre Sprache.

00:05:15: Aber sie verstehen sich.

00:05:17: Es wird nicht alles gleich gemacht.

00:05:20: Gottes Geist schafft eine Mitte in der man sich begegnet.

00:05:25: In Babel haben Menschen das selbe Projekt, aber nicht denselben Geist.

00:05:30: An Pfingsten haben Menschen verschiedene Sprachen – Aber die gleiche Hoffnung!

00:05:35: Verstehen entsteht nicht dadurch, dass alle gleich sprechen?

00:05:40: Ich glaube, verstehen entsteht wenn Menschen vom selben Geis berührt werden Wenn sie ein gemeinsames Ziel haben oder das Herz am gleichen Fleck schlägt.

00:05:51: Und vielleicht beginnt genau hier die Freiheit nicht alles verstehen zu müssen Denn sehr oft Wir wollen wissen, was kommt damit wir uns nicht ausgeliefert fühlen.

00:06:07: Wir wollen Ursachen Pläne Deutungen und Sicherheiten das Leben so lange auseinandernehmen bis es uns endlich nicht mehr erschreckt.

00:06:18: Aber das Leben lässt sich nicht komplett entschärfen.

00:06:21: Du kannst vorbereitet sein und trotzdem überrascht werden Du kannst vorsichtig leben und trotzdem verletzt werden.

00:06:28: Und auch wenn du alles richtig machst, kannst du trotzdem

00:06:31: verlieren.".

00:06:32: Wie oft schauen wir den Wetterbericht an und werden trotzdem lass?

00:06:36: Weil das Leben manchmal keine App benutzt!

00:06:39: Die entscheidende Frage ist dann nicht nur verstehe ich was kommt sondern traue ich mir zu mit dem umzugehen was kommt.

00:06:48: Und geistlich gefragt glaube ich dass sich nicht verlassen bin auch wenn ich nicht alles einordnen kann.

00:06:56: Pfingsten antwortet darauf nicht mit Erklärung.

00:07:00: Pfingston antworten mit Geist, Mit einer Kraft die Menschen nicht aus der Welt nimmt sondern in die Welt stellt.

00:07:08: Mit Feuer das Nicht verbrennt sondern leuchtet.

00:07:12: Mit Sprache die nicht dominiert sondern verbindet.

00:07:16: Es ist die Gegenwart Gottes die dir sagt du musst nicht alles verstehen aber Du bist verstanden.

00:07:25: Das ist das Pfingstwunder.

00:07:27: Nicht, dass Menschen einander plötzlich perfekt verstehen.

00:07:30: Menschen begreifen!

00:07:32: Gott versteht Dich längst.

00:07:35: Er versteht dich wenn Du brüllst, wenn Du flüsterst, wenn du nur noch funktionierst... er versteht sich wenn Du selber nicht mehr weißt warum Du bist und wie Du bist ...und was Du eigentlich meinst.

00:07:48: Und wenn Gott Dich versteht dann musst Du nicht jede offene Frage sofort besiegen.

00:07:54: Dann darfst Du sagen ich weiß es mich Ich weiß nicht, warum manches so lange dauert.

00:08:00: Warum Menschen einander so oft verlieren?

00:08:02: Warum manche Wege erst im Rückblick Sinn ergeben und manche nicht... Aber ich muss nicht an meinem Turm weiterbauen nur weil ich Angst hab klein zu sein!

00:08:14: Ich muss nicht alles kontrollieren um gehalten zu sein Und auch wenn ich nicht alles verstehe bin ich sicher Das ist besonders wichtig wenn wir von Feuer reden.

00:08:26: Pfingsten is Feuer Begeisterung, Brennen!

00:08:30: Aber Gottesfeuer ist kein innerer Antreiber der dich verheizt und ausbrennt.

00:08:36: Der sagt dir nie reist dich zusammen loderstärker bis nur noch Asche übrig ist.

00:08:42: Gottes Geist macht nicht aus müden Menschen religiöse Hochleistungsmaschinen.

00:08:49: Er macht das in Menschen die wieder atmen können.

00:08:52: Du musst nicht Jesus werden.

00:08:54: Du muss nicht vollkommen sein.

00:08:56: Und du musst nicht die Welt retten Die Gemeinde oder deine Familie, deine Freunde oder deine Partnerin.

00:09:05: Du musst nicht den ganzen Erdball tragen und dabei noch aussehen als hättest du hervorragend geschlafen.

00:09:12: Fingsten ist keine göttliche Mehrarbeitsanordnung.

00:09:16: Es ist die Erinnerung daran, du bist nicht alleine mit dem was dich übersteigt.

00:09:22: Und manchmal zeigt sich heiliger Geist genau darin Dass du nicht weiter spiritus in dein eigenes Feuer gießt Sondern merkst es reicht Es genügt, ich genüge.

00:09:35: Ich darf brennen ohne auszubrennen!

00:09:37: Ich darf für etwas leben ohne mich daran zu verlieren.

00:09:41: Das ist Freiheit Denn wer nicht alles verstehen muss der kann zuhören.

00:09:47: Wer nicht alles kontrollieren muss kann echt empfangen und nur wenn du nicht immer Recht haben musst kannst Du echt was lernen.

00:09:55: Wenn du immer damit beschäftigt bist alles festzuhalten dann wirst du dich nie bewegen lassen.

00:10:02: Unsere Zeit, glaube ich, braucht genau dieses Pfingsten.

00:10:06: Wir haben genug Babel, genug Türme aus Reichweite, Status und Deutungshoheit – alle Senden, alle Kommentieren, alle Wissenes!

00:10:15: Und jeder hat Recht.

00:10:17: Aber eigentlich bauen aller an ihrem Turm.

00:10:20: Und je höher wir bauen, desto weniger verstehen wir einander.

00:10:24: Gott ist nicht der nächste Turmbauer, der seinen Namen außen draufschreibt.

00:10:30: Gott kommt an Pfingsten als Geist als Wind, der nicht festzuhalten ist.

00:10:35: Er kommt als Feuer das man nicht besitzen kann.

00:10:39: Pfingsten ist Gottes liebevoller Angriff auf unsere Vereinzelung und deswegen dürfen wir heute sagen ich verstehe nicht alles und ich muss auch nicht alles verstehen.

00:10:51: aber ich will mich deswegen nicht verschließen.

00:10:53: Ich will nicht nur meine Angst zu hören und an meinen Türmen weiterbauen.

00:10:59: Lass mich hören!

00:11:01: Bewege mich, verbinde mich mit den anderen.

00:11:05: Und wenn wir dann einander begegnen müssen wie nicht so tun als hätten wir den Himmel verstanden.

00:11:11: Es reicht, wenn wir einander nicht alleine lassen.

00:11:14: es reicht doch schon wenn wir fragen von wo aussprichst du was hoffst Du?

00:11:19: Was ist in Deiner Angst?

00:11:20: welcher Traum ist dir heilig?

00:11:24: Verständigung beginnt nicht mit besseren Argumenten.

00:11:28: Sie beginnt mit dem Moment in dem mein Herz die Schuhe auszieht und merkt Vor mir steht ein Mensch und Gott versteht auch ihn.

00:11:38: Ich glaube, manchmal ist das schon Kirche gar nicht diese fertigen Antworten.

00:11:43: Menschen die nebeneinander atmen warten und hoffen Und Gott dazwischen wieder einen neuen Raum geben können.

00:11:51: Das Universum ist nicht immer verständlich aber es ist nie Gott verlassen und vielleicht entfaltet sich mein Leben nicht nach einem Plan Aber es entfaltet sich nicht ohne Gottes Atem.

00:12:04: Aber auch wenn ich nicht die Kontrolle habe über alles was kommt, bin ich trotzdem nicht kraftlos demgegenüber.

00:12:11: Und das ist Pfingsten – Nicht Alles Verstehen Erfüllt sein.

00:12:17: Du musst nicht alles erklären.

00:12:19: Sprich erzähl deine Geschichte und dann findest du vielleicht den Mut nicht alles zu kontrollieren sondern zu vertrauen darauf dass Gottes Geist aus verstreuten Menschen eine Gemeinschaft machen kann dass er aus Angstsprachenschaft und Ausprache verstehen.

00:12:38: Und aus Verstehen Liebe!

00:12:41: Menschen, die eben noch ratlos in einem Zimmer saßen bekommen eine Bewegung, die bis heute nicht aufgehört hat zu brennen.

00:12:48: also lasst dich durch wehen von dieser Kraft Gottes.

00:12:54: Schau was in dir Feuer fängt Was brennt und was leuchtet und wärmt und dann vertraue darauf das Gott den Rest des Weges kennt.